Essen im Himmel

Als wir im September 2014 noch einige Tage in Bayern verbrachten, wollten wir an Spieltagen auch die Bundesliga verfolgen. 
Unsere Ferienwohnung ist in der Nähe von Bad Tölz. Nun sind in Bayern die „Kneipen“ mit Angebot Sky nicht so einfach zu finden wie z. B. in NRW, wo ein entsprechendes Schild draußen hängt. Was gibt es also einfacheres, als im Internet-Zeitalter eine Suchmaschine zu beauftragen?

So kamen wir ins

WIRTSHAUS ZUM STARNBRÄU
Marktstr. 4
83646 Bad Tölz
Tel. 08041/4400030
www.starnbraeu.de


ANFAHRT + PARKEN

Das Wirtshaus liegt direkt in unterem Teil am Anfang der Fußgängerzone von Bad Tölz. Der ZOB ist 5 Minuten entfernt, ein öffentlicher (gebührenpflichtiger) Parkplatz hinter den Haltestellen. Die Gebühren sind aber nicht so hoch und sonntags noch günstiger.
Der Bahnhof liegt etwas weiter entfernt, aber zu Fuß erreichbar. 
Und es führt der Isarradweg durch Bad Tölz.

Eigene Parkplätze haben sie nicht.


TRADITION

1591 eröffnete Hans Starnberger die Brauerei mit Wirtshaus. Das in Bad Tölz gebraute Bier wurde auf der Isar mit Flößen nach München gebracht und von dort über die Donau bis zum Schwarzen Meer.
Die Geschichte und zahlreiche Begriffe werden in der interessant gestalteten Speise- und Getränkekarte näher erklärt.

2009 wurde nach aufwendiger und liebevoller Restaurierung durch Familie Reichert im Sommer der Starnbräu wieder eröffnet.
Die Namen der einzelnen Räume erinnern auch noch an die Zeit, man ißt im „Rossstall“, „Sudhaus“, in der „Scheune“ oder „Schwemme“ mit insgesamt 270 Plätzen. 
Flößerfest und Bierbrauerseminare vermitteln einem Eindruck und Wissen.

DAS RESTAURANT

Es ist in der Fußgängerzone einfach zu finden, es gab Ende September noch Tische davor, mit Sonnenschirmen recht einladend. Das Wetter war noch schön, so hätten wir auch draußen bleiben können, hätten wir nicht Fußball sehen wollen.

Man geht hinein, steht in einem Gastraum, der rustikal-bayerisch eingerichtet ist: Eckbänke mit Tischen und Stühlen, die Gruppen sind unterschiedlich groß. Ein Kachelofen steht an der linken Wand, daneben Holz. Es ist sehr gemütlich. 
Aber wenn man Fußball sehen möchte, muß man weiter gehen, das Restaurant ist sehr groß und geht über die ganze Etage nach hinten, man kommt am Grill vorbei, geht ins Sudhaus, wo noch der große Braukessel mit einigen Bierbrauerutensilien steht. Weiter durch kommt ein weiterer großer Raum, die „Scheune“ mit Blick auf die Isar und die Toiletten. Hier hinten ist auch ein Eingang. 
Die Größe des Restaurants machen mehrere Theken nötig, soweit ich gesehen habe, gibt es drei. 
Das Restaurant ist ebenerdig und bis auf einige Türschwellen barrierefrei, auch die Toiletten sind ohne Stufen. Der hintere Eingang ist von der rückwärtigen Straße nur über eine lange Treppe erreichbar, hier sollte der geräderte Gast auf die Marktstraße ausweichen.
Während überall Eckbankgarnituren stehen sind im Sudhaus, wo man Sky schauen kann, nur hohe Hocker an hohen Tischen, aber an der Wand eine passende Bank.

DIE SPEISEKARTE

Sie beginnt recht informativ mit der Geschichte des Hauses und der Gegend und ist auch illustriert mit Zeichnungen und Informationen. Sie ist umfangreich, die Auswahl groß, deshalb hier nur kurz erwähnt. Für Details bitte selbst hin gehen oder online nachschlagen.

Man findet kleine Vorspeisen, Suppen und Salate, vegetarisches, und deftige Fleischgerichte. Sonntags wird Spanferkel am Stück gegrillt. 
Suppen liegen um 4 €, Kartoffelsuppe und Rinderkraftbrühe. 
Hauptspeisen sind z. B. „Caspar Winzerers Kaisermahl“, Spanferkelkotelett, Grillwürstl und Speck mit Rosmarinkartoffeln oder Almochsengoulasch, Schweinefilet mit bayerischem Kartoffelsalat. Vom Grill frisch serviert werden Spanferkelkoteletts, Würstl, Putenbrust mit zahlreichen Beilagen. Preise liegen ab 10 – 15 €. Es gibt „Flöße“, gegrillte Würstchen zusammen gesteckt.
Der keline Hunger bekommt Obazda, Wurstsalat, kalte Platten. 
Vegetarier bestellen Käsespätzle, Gemüsestrudel oder Kartoffelgratin. Als Nachspeisen kann man wählen zwischen Apfelstrudel, Kaiserschmarrn oder Eis.

Größere Gruppen oder private Feiern erhalten spezielle Angebote. Hier möge sich der interessierte Gast persönlich informieren.

UNSER STARNBRÄU

Wir waren am Sonntag, 21.09.14, am späten Nachmittag dort. Wir gingen von der Marktstraße hinein und fanden es sehr gemütlich. Wir gingen durch, vorbei am Grill bis zum Sudhaus, wo sich der große Flachbildschirm befindet, an dem man Sky verfolgen kann. Es sieht alles sehr ansprechend aus, bayerisch-rustikal, gemütlich eben.

Wir setzten uns auf die Bank an der Wand. Ich sitze nicht gerne auf hohen Stühlen, Barhocker werden nach einiger Zeit sehr unbequem. Es fehlt die Lehne.

Zahlreiche Kellner sind bemüht und bringen schnell das gewünschte. Sie sind aufmerksam und recht schnell. Das Alter würde ich auf Mitte 20 – 30 schätzen.

Spanferkel gab es leider nicht mehr, schade. Ebenso keine Schweinshaxe, die es an den Wochenenden laut Karte geben sollte. Naja, wer zu spät kam…

Wir wählten den Styrer Teller (gegrilltes Fleisch vom Schwein, Rind, Pute und Würstchen mit Folienkartoffel und Sauerrahm) und gegrilltes Schweinefilet mit bayerischem Kartoffelsalat. 
Das Fleisch war ganz frisch gegrillt und sofort serviert, es war sehr heiß, auf den Punkt perfekt zubereitet und sehr lecker. Auch die Gewürze stimmten und man brauchte nicht nachwürzen. Ebenso lecker waren die Kartoffeln.


Die Portionen waren groß, es war gut, daß wir auf die Vorspeisen verzichtet hatten.

Einige Tage später waren wir noch einmal dort. Es gab wieder Bundesliga. Mein Mann wählte diesmal die hausgemachte Kartoffelsuppe, eine cremige Suppe, sehr dick und sättigend. Dazu Brot und man hatte eine Mahlzeit. Ich entschied mich wieder für den Styrer Teller, tauschte aber die Folienkartoffel gegen den bayerischen Kartoffelsalat. Es war wieder sehr gut.

Der Service war sehr gut, die Kellner freundlich und flink. Die Toiletten waren sauber.

 

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FAZIT

Wir werden es uns für zukünftige Aufenthalte in der Gegend merken. Das Essen ist sehr gut, die Preise in Ordnung. Problem beim nächsten Mal aber vielleicht, daß viele Sky kündigen, denn die Gebühren dafür werden erhöht. Wir werden es sehen. Aber dann werden wir zum Essen trotzdem dorthin gehen

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