Durchs östliche Mittelmeer

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In Antalya

 

Im Januar 2012 buchten wir für September eine Woche auf der AIDAdiva. Eine Woche später sank die Costa Concordia…

Ein Omen? Vielleicht, aber für uns kein schlechtes. 2011 war es ähnlich, wir buchten Ägypten und kurz danach begann der „arab. Frühling“, wir hatten einen phantastischen Urlaub…

Als nächstes buchen wir wieder eine Kreuzfahrt…

WIE WIR DAZU KAMEN.

Zahlreiche Bekannte schwärmten bereits von Fahrten mit AIDA & Co. und so wollten wir das auch einmal ausprobieren.

Inspiriert durch den Ägypten-Urlaub 2011 wollten wir den Urlaub in diesem Jahr wieder in Sharm enden lassen und suchten dafür eine Kreuzfahrt mit Fahrt durch den Suez-Kanal und Zielhafen Sharm. Dabei wollten wir möglichst interessante Orte sehen und den Urlaub im gleichen Hotel ausklingen lassen wie im Vorjahr.

Da diese Fahrt im östlichen Mittelmeer so nur im November stattfand, konnten wir sie wegen Inventur-Urlaubssperre meines Mannes nicht buchen.

Eine Alternative war schnell gefunden.

WARUM AIDA?

Ohne besonderen Grund. Weil die Schiffe sympathisch aussahen mit dem Kussmund? Oder weil die Bekannten alle mit AIDA unterwegs waren?

Von jedem etwas, denke ich.

Wir suchten die Route in verschiedenen Katalogen, im AIDA-Katalog passte es uns am besten, so bekamen sie die Buchung. Es hätte auch jeder andere sein können.

Allerdings wollten wir nach der Seefahrt auch hier wieder 1 Woche Strand anhängen und kamen bei AIDA Cruises an die Grenzen: das kann man nicht über sie buchen, es wird also alles individuell gebucht, auch die Transfers.

– Kleine Anmerkung an dieser Stelle: Wer einen Bericht über die Reiseziele erwartet, sollte sich die Zeit sparen, es geht hier lediglich um „das Hotel“. Berichte über die Ziele befinden sich ggf. unter „Sehenswürdigkeiten“. –

ZAHLEN + FAKTEN UM AIDA & CO.

(Wer es genau wissen will, liest es bitte selbst nach, hier nur als kleiner Einblick gedacht.)

Seit 1996 fahren AIDA-Schiffe auf den verschiedenen Meeren herum. Heute sind es 16442 Betten.

Bis 2016 sollen es 12 Schiffe sein.

800 Mitarbeiter kümmern sich an Land und 5200 auf den Schiffen um die Gäste.

Man legt Wert auf höchste Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterbildung, und Umweltschutz. Hierbei wird energiesparend gewirtschaftet, Abfall an Bord der Schiffe getrennt und recylced, das Abwasser geklärt…

Sitz der AIDA Cruises ist Rostock, sie gehören aber wie auch die Costa Kreuzfahrten seit 2003 zum Carnival-Konzern in den USA. Die AIDA-Flotte fährt unter italienischer Flagge (Genua), ist aber für den deutschen Markt konzipiert.

Bordsprache ist Deutsch, die Mitarbeiter sind aber wegen der anderen Nationalitäten auch englischsprachig.

KONTAKTDATEN

AIDA Cruises – German Branch of Costa Crociere S.p.A.

Am Strande 3d

18055 Rostock

www.aida.de

Tel.: +49 (0) 381 / 20 27 06 00

Fax: +49 (0) 381 / 20 27 06 01

Man kann über die HP buchen, die übersichtlich ist und erste Reiseeindrücke bietet. Das machen wir aber nicht. Wir gehen klassisch in ein Reisebüro, nehmen Kataloge mit, blättern zu Hause, suchen aus und buchen dann auch dort.

Gerade bei solchen Reisen, die nicht ganz günstig sind, muß alles stimmen, da brauche ich einen Ansprechpartner. Den habe ich bei den online Portalen nicht. Aber das muß jeder selbst machen, wie er möchte.

Es gibt div. Angebote von AIDA Cruises, die eine direkte Buchung lohnend machen. Alte Hasen machen das, es nennt sich „Just AIDA“ oder auch Vario-Buchung. Bei letzterem bekommt man wohl die Kabinen, die noch übrig sind, also quasi Last Minute. Bei „Just AIDA“ geht es darum, schnell zu sein, denn täglich wird das Angebot teurer.

Aida Diva
Aida Diva

 

LOSGEBUCHT

Die Route und Datum wurden schnell gewählt, die Wahl des Zimmers, das auf einem Schiff „Kabine“ heißt, war schon schwieriger.

Man hat die Wahl zwischen Innen- und Außenkabinen.

Für uns klar: da die Innenkabinen keine Fenster haben, kamen sie nicht in Frage. Ich möchte sehen, was draußen los ist.

Bei den Außenkabinen wiederum gab es welche mit kleinen Fenstern, sog. „Bullaugen“, die man nicht öffnen kann, Balkonkabinen mit Balkon außen und Suiten. Die Größe vaiiert, Suiten sind um die 30 qm groß, Balkonkabinen sind 17 bzw. 14,5 qm groß. Die Größe der anderen ist sehr unterschiedlich: 13,5 – 16 qm mit 2 – 4 Betten…

Hier muß man wirklich genau prüfen, was man braucht. Oder was man bezahlen möchte, Innenkabinen sind natürlich günstiger als Suiten usw. Wer die Kabine nur zum Schlafen benutzt, dem genügt sicher eine Innenkabine, wenn man aber zu Seekrankheit neigt oder das nicht abschätzen kann, sollte eine mit Seeblick nehmen…

Mein Mann raucht, also war da auch klar, das wir eine Balkonkabine nehmen. 2-Bett, 14 qm wurde es dann.

Für die Gäste, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, gibt es barrierefreie Kabinen. Sie sind auf Deck 4 und sehr groß.

Man kann bei der Buchung die Kabine direkt anclicken, es wurde 8145 auf der AIDAdiva. Ziemlich in der Mitte, um sicher zu gehen, daß es bei stärkerem Seegang eher ruhig bleibt.

DIE ROUTE

„Östliches Mittelmeer 5“ mit Start in Antalya, Istanbul, Izmir, Athen/Piraeus, Rhodos, zurück nach Antalya, 7 Tage ab dem 21.09.12.

Die Orte interessierten uns, geschichtlich, landschaftlich, und einfach nur so. Wärme + Sonne vor unserem Herbst.

NACH DER BUCHUNG

Es war Januar und noch sooooo viel Zeit bis zum Urlaub.

Danach passierte einiges, was uns auch den Urlaub vergessen ließ.

AIDA Cruises verschickte die Bestätigung relativ zeitnah, damit konnte ich mich auf deren HP in „myAIDA“ einloggen. Nun kommt man zu seiner Reise, sieht in einem Kalender die Zielhäfen, mögliche Termine, die man schon gemacht hat usw.

Man kann nun alles ausfüllen, was für die Reise wichtig ist, es nennt sich „Schiffsmanifest“ und beinhaltet persönliche Daten und die Nummern der Reisepässe. Man kann das wohl auch an Bord machen, aber wenn es erledigt ist, geht es da schneller.

Von zu Hause kann man auch Termine buchen, von Massagen, Kosmetik über Friseur usw. aber auch Restaurants. Es gibt auf der Diva 3 à la carte Restaurants: Rossini, ein etwas feineres „Sternerestaurant“, das Buffalo Steakhaus und die Sushi Bar, deren Namen für sich sprechen. Ich reservierte für den 1. Abend im Buffalo und den 2. Abend das Rossini. Ich hörte von „AIDA-erfahrenen“, man soll es zu Hause buchen, um nicht Gefahr zu laufen, keinen Platz mehr zu bekommen, egal wo. Man muß alle Termine an Bord bestätigen, kann dann aber auch problemlos stornieren. Ich war z. B. nicht sicher, ob das Rossini etwas ist und wollte vor Ort noch auf die Karte schauen.

Nach dem Untergang des Costa-Schiffes kam auch ein Spezial-Newsletter bzgl. der Sicherheit auf AIDA-Schiffen. Und viele andere Newsletter, Angebote für neue Reisen und anderen Informationen.

ENDLICH SEPTEMBER

Das Schiff sollte um 22 h in Antalya ablegen, unser Flug in Düsseldorf um 5.50 h starten. Sehr früh, aber im Nachhinein würden wir es wieder so machen, denn man hatte viel Zeit auf dem Schiff, da man gegen 14 h dort war. Und noch Zeit nach hinten, falls der Flug verspätet wäre oder ausfiele, wie bei einigen anderen Reisenden.

Wie in einem anderen Bericht ersichtlich, checkten wir abends am Flughafen ein, verbrachten einen netten Abend in Düsseldorf, übernachteten dort und flogen freitags relativ entspannt los.

Da wir einen Anschlußaufenthalt gebucht hatten, waren alle Buchungen ohne AIDA gebucht und nannten sich somit „individuell“ und wir mußten alles selbst organisieren: Flüge, Transfer Flughafen-Schiff und später auch Schiff-Strandhotel. Z. T. machte es natürlich das Reisebüro, aber in der Türkei eben nicht.

Am Flughafen stehen freundliche AIDA-Mitarbeiter, die einem den Weg zu den bereit stehenden Reisebussen wiesen. Auch wir konnten mitfahren, wurden aber in einer Liste notiert, die „Individualtransfer“ hieß. Das bedeutete pro Person 15,- €, die zu zahlen waren. Aber es nutzte nichts. Man hätte auch ein Taxi nehmen können, aber aufgrund der Entfernung zum Cruise Center Antalya wäre es auch nicht viel billiger geworden.

An den Koffern waren Schilder angebracht, die wir vorab per Post erhielten. Darauf standen Namen, Route, Schiffsname und Kabinennr., die nun hilfreich waren. Die Koffer kamen in den Bus, wurden im Hafen separat ausgeladen und „durch Zauberei“ zu den Kabinen gebracht. Man hatte also die Hände frei. Mehr oder weniger.

Man sah das Schiff schon von weitem, es ist ja groß genug. Beeindruckend.

Wir hatten mal eine AIDA in Hamburg im Trockendock gesehen, aber weiter weg. Die war auch schon recht groß.

Am Cruise Center angekommen, war da zuerst mal die Sicherheitskontrolle wie an Flughäfen o. ä. Scannen von Gepäck und uns natürlich auch. Es gab kalten Eistee, sehr angenehm, denn wir hatten inzwischen auch Durst, da wir nicht daran gedacht haben, am Flughafen etwas zu kaufen. Was wir übrigens nicht mit an Bord hätten nehmen dürfen.

Nun reihten wir uns in die Schlange ein: Einchecken auf dem Schiff.

Die Mitglieder des „AIDA-Clubs“ durften vorbei gehen zu einem separaten Checkin-Schalter. Bis man soweit ist, muß man aber glaube ich 10x mitgefahren sein.

Hier wurden nun die Daten abgeglichen und die Bordausweise ausgestellt. Sie sind alles für die nächsten 7 Tage: Schlüssel, Zahlungsmittel, Ausweis an Bord und in den Häfen und später Erinnerungsstück. Dafür wurde eine Kreditkarte eingelesen, oder wahlweise die Cheque-Karte. Von einem, oder auch von beiden, wie man das wollte.

Dann gab es das Willkommensfoto und man konnte an Bord. Hier wurde man dann zu 1. Mal mit der Bordkarte eingelesen, man war an Bord. Vorab mußte man die Hände desinfizieren, wie ab sofort immer, wenn man zurück kam.

UNSERE AIDAdiva

Vorab ein paar Fakten, von der HP entnommen:

„Unser“ Schiff wurde 2007 in den Dienst gestellt und in Papenburg gebaut. Es ist 252 m lang, 32,2 m breit. Es hat 7,2 m Tiefgang, 13 Decks (offiziell 14, das 13. Deck gibt es nicht.)

Es fährt 20 kn (1 kn = 1,852 km/h), hat 1025 Gästekabinen, 7 Restaurants, 11 Bars und 6400 qm für Sonnenanbeter. Wellnessbereiche sind auf 2300 qm.

607 Mann Besatzung kümmern sich um Gäste und Schiff.

Das es die Diva war, war uns relativ gleich, da wir bisher auf keinem anderen Schiff waren.

Es hätte auch die Blu oder Mar sein können. Langjährige AIDA-Fahrer wählen ja irgendwann Schiff oder Kapitän, wie wir hörten…. aber soweit sind wir noch nicht.

Das soll es auch schon gewesen sein, wer mehr wissen will, besucht die HP oder fährt mit.

Wir kamen auf dem 3. Deck ins Schiff. Hier ist das Schiffshospital und ein kleiner Shop, der aber nur bei Landgängen geöffnet hat. Die Rezeption ist interessanterweise auf Deck 5 und nicht hier. Warum das so ist, habe ich noch nicht heraus gefunden, allerdings braucht man sie nicht, wenn man von Bord geht oder zurück kommt. Eigentlich braucht man die Rezeption ohnehin sehr selten.

Wir hatten Glück, wir konnten um kurz nach 13 h schon in unsere Kabine auf Deck 8. Das ist nicht immer so, manchmal muß man warten, wie auch in manchen Hotels.

Es handelte sich um eine Balkonkabine auf Steuerbordseite, also rechts in Fahrtrichtung, etwa mittig auf dem Schiff.

Die Koffer waren noch nicht da, so nutzen wir die Zeit für erste Erkundungsgänge.

Das Schiff ist riesig, man fand in den Kabinen einen „Stadtplan“ vor, den man auch brauchte während der ersten Spaziergänge.

Aber ich möchte natürlich mit der Kabine beginnen…

DIE KABINE

Man öffnet sie mit der Bordkarte wie in vielen Hotel auch, in dem man den Magnetstreifen in den Türöffner schiebt.

An der rechten Seite waren auf ca. 1,5 m ein dreitüriger Schrank, links das Bad. An den Schrank schloß sich ein Schreibtisch an, über dem an der Wand ein Spiegel und ein Flat-TV waren. Links war dann das Doppelbett, rechts davon ein Sessel und Tisch. Neben den Betten waren an der Wand Ablagen (anstatt Nachttisch), darüber Lampen. An der Wand, hinter das Bad war, also links vom Bett (welches man nicht verstellen konnte), war ein Regal, hier standen auf einem Brett Mineralwasser und Gläser, einige Prospekte und Informationen. Alle anderen Bretter waren leer, man konnte also 3 Fächer nutzen.

Hinter der Sitzgruppe kam nach etwa 40 cm das Fenster und die Balkontür. Auf dem Balkon standen 2 Stühle, deren Lehne man nach hinten verstellen konnte, und 1 kleiner Tisch mit Aschenbecher. Das Geländer war relativ hoch und eine Glaswand.

Im Bad war geradeaus Waschbecken, Spiegel und Ablagebretter unterhalb des Waschbeckens. Links die Dusche, daneben das WC, hinter dem sich wieder ein Wandregal mit 3 Ablagen befand.

Ich war überrascht, wie groß alles ist und wieviel Platz man hat. 3 Schranktüren boten Platz für alles, den Tresor und die Schwimmwesten. Das Zimmer hatte reichlich Ablagefläche, sogar die Koffer konnten problemlos untergebracht werden. Ich habe schon Zimmer in Hotels erlebt, wo man nur mit Mühe die Koffer ausräumen und dann unterbringen konnte.

Es gab eine Klimaanlage, die man selbst einstellen konnte. Wir ziehen es vor, daß sie nicht viel kälter als draußen sind und das sie nicht zu stark pustet. Viele Urlauber fangen sich Erkältungen ein, sind aber oft selbst schuld daran.

So, und nun habe ich ein Problem: Wie gehe ich weiter vor in meinem Bericht??

Ich würde sagen, so, wie wir auch gegangen sind! Gegangen… oder gemacht….?

Wir wollten etwas essen, also gehe ich mit Euch essen!

Wenn man die Kabine verläßt, muß man sich bei der Lage überlegen, was man möchte, in welche Richtung man geht.

Die Restaurants sind im hinteren Teil des Schiffes, also gingen wir nach links. Hier sind auch die Shops, die Anyway Bar, in der Rauchen gestattet ist.

Im vorderen Teil befinden sich die Rezeption, Pool- und Wellnessbereich, das Theater (Theatrium), der Waschsalon, weitere Bars usw.

ESSEN + TRINKEN

Man buchte damals bei AIDA Vollpension, also alle Mahlzeiten, zu denen dann auch Getränke gehören: Wasser, Cola, Fanta usw., Kaffee und Tee zum Selbstholen. Rot-, Weißwein und stilles Wasser werden in Karaffen auf die Tische gestellt. Ist die Essenszeit vorbei, gibt es auch keine Getränke mehr.

Beim Frühstück gibt es natürlich keinen Alkohol, Kaffee steht in Themoskannen auf den Tischen bereit und werden ständig neu gebracht. Inzwischen bieten sie auch Getränkekarten oder Getränkepakete an, da bin ich nicht genau informiert.

Unser erstes Essen fand also mittags statt und wir gingen einfach in ein Buffett-Restaurant. Es war zufällig das „Weite Welt“ auf Deck 10, in dem allerlei aus allen möglichen Ländern bereit stand: asiatisch, mexikanisch, italienisch usw. Es befindet sich hinten, man kann ringsherum hinaus sehen. Hier ist alles frisch angerichtet, Ost in allen möglichen Sorten, Fleisch, Nudeln… alles, was man möchte. Und es wird immer frisch gekocht und gebraten und nachgelegt. Jede Menge Personal ist eifrig beschäftigt, die Tische abzuräumen und wieder neu zu decken. Bestecke und Servietten stehen auf den Tischen an Ständern. Wir hatten leider nicht auf die Uhr gesehen, um 14 h ist Ende der Essenszeit, es gab nichts mehr. Aber wir wollten ohnehin nur eine Kleinigkeit, da wir abends ins Steakhaus wollten.

Nach dem Essen gingen wir hinaus, rauchen ist im Schiff nicht gestattet. Wir tranken etwas, was außerhalb der Essenszeiten bezahlt werden muß. Nun kam die Bordkarte zum Einsatz: bei jedem Getränk, Einkauf im Shop, Buchungen von Ausflügen usw. wurde sie eingescannt. Die Rechnung gab es in der letzten Nacht. (Man konnte sich aber den Kontostand ansehen, wo, sage ich später…)

Dann gingen wir wieder in die Kabine, um und hinzulegen. Die Nacht war kurz, die Wärme enorm und wir platt. Außerdem mußten wir bis mindestens 23 h auf bleiben, denn die Seenotrettungsübung fand da erst statt… Sie ist die einzige Pflichtveranstaltung während der Seereise.

Die Koffer waren da und standen vor der Tür.

Es sollte um 16 h eine kleine Schiffsführung stattfinden, zu der wir gehen wollten. Ich werde aber erst mit euch „zu Ende Essen“, damit nicht alles durcheinander geht!

Für 19 h hatte ich ja von zu Hause im Buffalo-Steakhaus einen Tisch reserviert, es ist ein à la carte Restaurant, welches man komplett (auch die Getränke) bezahlen muß. Für den 1. Abend war es uns das aber wert.

Es ist rustikal eingerichtet, dunkles Holz, Bilder von Saloon, Indianern und Büffeln usw. Alles in allem aber sehr gemütlich. Etwa in der Mitte rechts an der Seite ist der Grill, wo frisch gebraten wird.

Die Speisekarte variiert, deshalb macht es keinen Sinn, hier alles aufzuzählen. Ich glaube, auf der HP in den AIDA-Schiffen findet man aktuelle. Wer es also genau wissen will, schaut nach.

Wir unterhielten uns mit dem Kellner, den wir noch öfter treffen sollten, denn er ist eigentlich im Rossini genau über dem Buffalo, half hier nur aus. Es war wenig los, so hatte er ein wenig Zeit. Er empfahl uns das Carpaccio vom Bisonschinken mit Ahorn-Sirup-Vinaigrette, Filet Mignon und Dessert. Auf letzteres verzichteten wir aber.

Carpaccio vom Bisonschinken
Carpaccio vom Bisonschinken

 

Zum Filet gab es Knoblauchbrot und gebackene Zwiebelringe. Vorab gab es als „Gruß aus der Küche“ lauwarme Brötchen und Quark. Wir tranken Martini, mein Mann Bier und ich Weißbier. Die Einzelpreise weiß ich nicht mehr, aber die Gesamtrechnung war über knapp 75,- €.

Alles war frisch und das Fleisch perfekt gebraten. Die gebackenen Zwiebelringe waren widerspenstig und sprangen beim Schneiden vom Teller.

Anschließend gingen wir zur Beachbar, eine der beiden Bars, die draußen waren. Die andere ist die Poolbar. Hier durfte geraucht werden. Ich hatte erwartet, daß es zieht und kalt ist, wurde aber eines besseren belehrt. Man konnte hier gut sitzen, auch während der Fahrt. Einziger Nachteil: Plastikbehältnisse, da in Pollnähe kein Glas erlaubt ist.

An den Bars gab es überall die gleichen Getränkekarten. Auch hier muß gezahlt werden, bzw. die Bordkarte griffbereit sein. Die Preise sind unterschiedlich. 0,3 l Bier kosteten 2,90 €, Hugo + Aperol Sprizz 6,50 €, Sekt 3,60 €. Bei 7 Tagen Aufenthalt kommt da einiges zusammen.

Was mich daran erinnert, zu sagen, wo man die Rechnung sehen konnte. In den Kabinen gibt es TV-Geräte, die verschiedene Zwecke erfüllten:

zum Fernsehen

iTV = Info über die Reise, Schiff, Schiffsposition, Buchungen von Ausflügen usw.

zur Internetnutzung

zur Einsicht der Rechnung.

Man konnte mit einer kleinen Tastatur auch emails schreiben.

Wir haben die Rechnung nicht kontrolliert. Es nutzte nichts, und im Urlaub schauen wir auch nicht auf den €uro.

Unser nächstes Essen war dann nicht das Frühstück am 1. Morgen, sondern das Mittagessen. Wir sind erst gegen 10.45 h durch eine Begrüßungsdurchsage unseres (übrigens sehr sympathischen jungen) Kapitäns geweckt worden.

Wenn wir im Urlaub nichts vorhaben, verschlafen wir auch schon mal das Frühstück, vor allem dann, wenn wir Vollpension oder all in haben, mehr als Essen geht eh nicht!

So gingen wir nach einer guten Nacht ins Marktrestaurant, wie auch „Weite Welt“ ein Buffett-Restaurant.

Hier kam man sich wirklich vor wie auf einem Wochenmarkt: alles war in Marktständen aufgebaut, beim Metzger hingen Schinken und Würste im hinteren Teil, vorne wurde frisch geschnitten. Am Käsestand gab es zahlreiche Käsesorten. Auch hier wurde frisch gekocht und gebraten. Es ist „gut-bürgerlich“, aber auch sehr lecker und jede Menge Abwechslung. Es gab alles. Nudeln, Kartoffeln, Fleisch, Fisch, Gemüse, Salat…Obst, Dessert, Eis… Von allem nicht nur eine Sorte, sondern mehrere. Aber irgendwann war man nun mal satt.

Hier gab es auch wieder während des Essens die Getränke wie bereits beschrieben. Um 14 h war es auch hier vorbei damit.

Ab 15 h gibt es im Restaurant „Weite Welt“ Kaffee und Kuchen. Tee muß man sich selbst holen, Kaffee + Milch steht auf den Tischen und wird auch ständig neu gebracht. Wer nicht weiß, was er möchte, hat ein Problem: die Auswahl ist wieder riesig und man hat die Qual der Wahl. Torten, Kuchen, Obsttörtchen, Muffins, Donuts… Gebäck, mit Sahne, ohne Sahne… schwere Entscheidungen, die man beim Buffett-Essen täglich zu treffen hat, also purer Stress, und das im Urlaub! 🙂

Für den Abend hatten wir im Rossini reserviert. Die Speisekarte hatten wir uns schon angesehen und beschlossen, auch dorthin zu gehen. Wie schon im Steakhaus variiert die Karte, es ist also unsinnig, sie hier aufzuzählen.

Hier ist alles edler, die Tische festlichg eingedeckt. Man wird zum Platz begleitet. Wie wir hörten, wird hier oft zu besonderen Anlässen reserviert, Geburtstage oder Hochzeitstage usw.

Wir wählten das Menue, dazu Bier bzw. Weißwein. Auch hier zahlt man separat.

Es gab Pastinakenschaumsüppchen; Filet vom Weiderind mit Salzkruste, Gnocchi und Pfannengemüse; als Dessert Erdbeerschaum…

Das Essen wurde frisch zubereitet, es dauerte natürlich einen Moment, aber wir hatten ja Urlaub. Es war geschmacklich perfekt, das Fleisch toll und das Gemüse knackig.

Auch der 2. Abend an Bord war gelungen. Es kostete um die 35,- € zzgl. Getränke, auch hier wurde berechnet.

Es muß jeder selbst wissen, ob er in den Buffett-Restaurants isst oder in den à la Carte. Hier zahlt man selbst, bei den anderen nicht. Wir gönnen uns so etwas ab und zu. Man kann es aber auch lassen.

Am nächsten Morgen wollten wir das Einlaufen in Istanbul miterleben und standen früher auf. So kamen wir dazu, das Frühstücksbuffett ebenfalls genießen zu können.

Wie beim Nachmittagskaffee standen Themoskannen mit Kaffee auf den Tischen bzw. wurden gebracht. Tee, Wasser, div. Säfte konnte man sich selbst holen. Wie auch alles andere. Es gab das Frühstücksbuffett im „Marktrestaurant“, und es gab alles, was es nicht gab. Zahlreiche Wurst- und Käsesorten, ebenso viele Brot und Brötchen… Müsli, Cornflakes, Obst, Joghurt… kleine Würstchen, Speck, gerührte und gespiegelte Eier, Haferbrei. Und wer weiß was noch alles. Auch hier wieder: man konnte gar nicht so viel essen. Und auch jetzt wurde ständig nachgelegt, frisch gebrutzelt usw. Die Brotsorten waren dem deutschen Touristen angepasst, mit und ohne Körner, wie zu Hause beim Bäcker um die Ecke.

Essenstechnisch merkte man nicht, daß die Schiffe unter italienischer Flagge fuhren.

An diesem Abend aßen wir in Istanbul, also in keinem der Restaurants an Bord.

Am nächsten Tag gab es wieder kein Frühstück und nur eine Kleinigkeit zum Mittagessen. Abends wollten wir kurzfristig entscheiden.

Im Restaurant „Bella Vista“ gab es Themenabende, z. B. orientalisch, an diesem Abend hieß es an der Tafel davor „Californisch“. Wir wollten uns ansehen, was das bedeutete, kamen dabei zu dem Schluß, zum Italiener neben an zu gehen. Die süßlich zubereiteten Speisen interessierten uns nicht besonders. Außer den Hähnchenflügeln sprach mich nichts an. Aber die waren nicht nach meinem Geschmack, denn sie waren ebenfalls süßlich.

Nebenan war das „Bella Mare“, ein italienisches Buffett-Restaurant. Hier wurde ständig Pizza gebacken und in 1/8 geschnitten bereit gelegt, man mußte es sich nur noch nehmen. Daneben standen auch noch überbackene Nudeln und diverse Gemüsesorten, eine Auswahl Antipasti. Desserts konnte man nebenan holen, wenn man wollte. Überhaupt konnte wer wollte neben etwas holen, und hier verspeisen, wenn die Begleitung Pizza wählte. Oder umgekehrt.

Hier standen übrigens hohe Tische und Barhocker davor. Für mich nicht so schön, ich sitze lieber richtig oder stehe. Auf den Tischen standen wieder Karaffen mit Weiß-, Rotwein und Wasser. Bier, Cola usw. mußte man sich nebenan selbst holen.

An dieser Stelle soll die „Kleiderordnung“ erwähnt werden. Tagsüber kann jeder in die Restaurants gehen, wie er möchte, aber dennoch „angemessen“ und nicht in nasser Badekleidung. Abends wird der Herr in langer Hose eingelassen. Für die Dame gibt es keine Vorschriften, es ist nicht nötig, im „kleinen Schwarzen“ zu erscheinen. Wer möchte, kann, aber muß nicht. Bzgl. der langen Hose wurde ein junger Mann im Rossini weggeschickt, etwa 20 Jahre alt in kurzer Hose. Sonst in es recht ungezwungen, man benötigt weder Frack noch Fliege noch langes Kleid.

Am Abend des 4. Tages wollte ich in die Sushi Bar, wieder ein „Zuzahlungsrestaurant“, mein Mann mag das nicht und ging ins „Marktrestaurant“. Auch hier gibt es keine Speisekarte, die ich aufzählen könnte, denn hier gab es nur ein Gericht: all you can eat für 19,90 € incl. einem Glas Sekt.

Man bekam zunächst 2 Teller mit ca. 10 Sushi-Varianten. Nun bin ich kein Sushi-Kenner, da hier die Gegend eher unjapanisch ist. Es waren Nigiri und Make. Belegt mit Lachs, Garnele, Aal, Thunfisch, Ente… Dazu gab es Ingwer und Wasabi, Soja-Sauce stand auf den Tischen bereit. Natürlich wurde mit Stäbchen gegessen. Es wurde frisch zubereitet, die ersten Teller standen bereits fertig bereit. Ich hatte nicht reserviert, es war aber kein Problem, einen Platz zu bekommen. Ich saß an der Bar, direkt vor dem „Tatort“ und konnte zusehen, wie schnell neue Sushis gezaubert wurden. Nach diesem beiden Tellern konnte man seine Wünsche äußern und bekam Nachschub. Ich dachte zunächst, na, da wird man ja nicht satt… leider war ich es bald und tauschte das Dessert-Sushi (eine Rolle mit Marzipan) gegen welche mit Lachs und Garnele.

Es war mal eine Erfahrung, denn ich kenne hier nur einen Sushi-Imbiss in einem EKZ. Es war lecker und nicht so „fischig“.

Sushi
Sushi

Wir aßen am letzten Abend noch einmal im Buffalo-Steakhaus, weil es einfach so toll war, daß es uns das Geld wert war. Es gab vom Restaurant für jeden Gast ein Stück Hummerschwanz mit Salat und leckerem Dressing. Trotzdem nahmen wir das Carpaccio, Filetsteak, Bohnen, Kartoffelecken. Es war toll und würde durchaus öfter besucht werden, wäre es nicht auf einem Schiff.

An unserem letzten Tag an Bord frühstückten wir auch wieder. Es gab wieder alles, was man so braucht. Oder auch nicht.

Vom Essen her ist es einfach toll, wer meckert, hat keine Ahnung. Aber solche gibt es ja auch immer.

Die Getränke erwähnte ich schon zwischendurch.

Den Weiß- und Rotwein, den es zum Essen gab, konnte man durchaus trinken, es war die AIDA-Hausmarke, eher trocken. Das Wasser war still. Das Bier war Radeberger.

Es gab eine große Auswahl an Säften, ebenso viele Weinbrände, Champagner, Whiskey und andere Sorten, die ich nicht kenne und auch nicht trinken würde. Wir sind Bier- und Weintrinker, dabei bleiben wir auch. Cocktails gab es eine sehr große Auswahl, mit Alkohol aber auch ohne. Die Preise sind wie schon erwähnt nicht ohne und man erlebt möglicherweise eine böse Überraschung, wenn man die Rechnung bekommt.

Nun werdet Ihr sagen, gut, nimmt man sich etwas mit an Bord, wenn man an Land geht. Das ist leider nicht erlaubt. Man darf keine Lebensmittel mitbringen, es wird kontrolliert. Dies liegt nicht an den Bestimmungen des Schiffes, sondern ist allgemein so. Das Schiff ist eine Einheit und wenn die durch Pilze, Viren o. ä. gestört wird, wird eine Quarantäne vor einem Hafen unter Umständen sehr teuer.

Man muß für sich selbst entscheiden, was man konsumiert oder nicht. Man wird nicht gezwungen.

Nach dem vielen guten Essen mal ein paar Worte zur

SICHERHEIT AN BORD

Sie wird groß geschrieben. Jeder, der von Bord geht, wird aus-, wenn er wieder kommt, wieder eingescannt. Man muß seine Hände desinfizieren. Taschen werden geröntgt, wie am Flughafen, Hosentaschen usw. müssen geleert werden. Mineralwasser usw. kann man gleich abgeben.

Seit dem Untergang der Costa Concordia ist es Pflicht, die Seenotrettungsübung VOR dem 1. Auslaufen zu machen, also noch in Antalya. Es würden sicher noch einige mehr leben, hätte die Besatzung der Concordia es auch so gehandhabt.

Wie wir von diversen Durchsagen inzwischen wußten, verzögerte sich das Auslaufen und die Seenotrettungsübung, da einige Reisende Verspätung hatten. Es sollte nun gegen 23.30 h geübt werden, danach ausgelaufen. Einige Urlauber bekämen sogar eine Privatunterweisung, da sie noch später kämen.(An dieser Stelle sei erwähnt, daß wir froh waren, so früh gewesen zu sein, denn wir waren schon entspannt…)

Vor der Übung gab es das Alarmzeichen über Lautsprecher (7x kurz, 1x lang), welches man nicht überhören kann. Dann geht man langsam und ruhig zum Sammelplatz.

Wir sollten zu diesem Zweck mit Jacke, langer Hose und festen Schuhen und der in den Schränken befindlichen Rettungsweste zu Deck 5. Man stellt sich das jetzt so einfach vor, bei 3000 Menschen ist es das aber nicht. Zumal alles über Treppen ging, Fahrstühle sind im Notfall auch Tabu.

Auf Deck 5 steht die Besatzung, ebenfalls mit Schwimmwesten und Listen bereit, um jeden abzuhaken. Auf den Westen stehen die Kabinennr. Man erkannte den einen oder anderen später wieder als Barmann oder Offizier. Es fehlten einige, man gab sie an den Kapitän durch, der sie dann ausrief. Vorher durfte niemand zurück in die Kabine.

Es war schon anstrengend, es waren immer noch über 20°C, man war müde. Es mußte auch jedes kleine Kind mitmachen., die teilweise in ihrem Schlafanzügen an Deck waren. Für sie ließ man sich übrigens spezielle Rettungswesten geben.

Wir standen direkt unter den Rettungsbooten, die im Ernstfall nun zum Einsatz kämen und befüllt würden.

Anschließend gingen wir, nachdem wir Westen und Jacken in die Kabine gebracht hatten, zur Poolbar, wo es Sekt zur Begrüßung gab.

Es ist überall Rauchverbot, außer den beiden Pool-Bars und in der Anytime-Bar. Man darf in den Kabinen keine Kerzen, Wasserkocher, Tauchsieder, Bügeleisen usw. verwenden. Wer heißes Wasser für Babynahrung benötigt, bekommt dies an den Bars oder in den Restaurants.

Rettungsringe hängen an sehr vielen Stellen. Wir brauchten sie nicht, deshab kann ich dazu nichts sagen.

Die Besatzung macht regelmäßig Übungen, so auch als wir an Bord waren. Wer will, darf zu sehen oder als Freiwilliger auch mitspielen.

Während der Fragestunde an den Kapitän mußter er erklären, wie das Verfahren ist, wenn es heißt „Person über Bord“: das Schiff stoppt die Maschinen und fährt einen Kreis, um die Gegend besser abzudecken. Es kann ja nicht sofort stehen bleiben. Alle Offiziere werden informiert, das medizinische Team aktiviert. Dann wird auf beiden Seiten des Schiffes gesucht.

Ob alles klappt, wissen wir nicht, denn es ist Gott sei Dank nichts passiert.

AKTIV ODER FAUL?

Das ist die Frage, die sich jeder selbst beantworten muß. Wie in einem großen Hotel gibt es zahlreiche Möglichkeiten, aktiv zu sein.

Es gibt eine Joggingstrecke ganz oben. Für Ballspieler bieten sich Volleyball, Basketball, Fußball usw. ebenfalls ganz oben an. Hier ist ringsherum ein Netz, damit man die Bälle nicht aus dem Wasser holen muß.

Schwimmen ist nicht der richtige Ausdruck, den die 3 Pools sind relativ klein. Ich schätze vom Durchmesser (weil rund) ca. 3 – 4 m. Die Tiefe weiß ich nicht, wir waren nicht drin, denn in der Woche danach hatten wir Poollandschaften genug. Es gibt auch genug Liegeplätze, die nie ganz belegt waren. Aber das Schiff war auch nicht ausgebucht.

Ausflüge können auch als Radtouren gebucht werden, wer gerne Fahrrad fährt. Wanderungen sind möglich, ganz wie man will. Tauchen kann man, es werden Kurse angeboten und wie bei den Rädern alles nötige verliehen.

Irgendwo gab es eine Bibliothek, wir haben immer eigene Bücher mit.

Nichts mit Sport hat das Theater (Theatrium) in der Mitte des Schiffes zu tun. Hier werden tagsüber Vorträge über die Ziele der Seereise gezeigt, Ausflüge näher beschrieben und abends Aufführungen geboten. Jedes Schiff hat seine eigene Show. Ich habe das eine oder andere gesehen und fand es sehr gut. Aber das ist Geschmacksache und es muß jeder für sich selbst entscheiden. Es gab ABBA, Dean Martin, eine Art Musical, aber auch eine Comedy. Bars sind ringsherum, so daß man nicht verdurstet.

Wer seine Kasse aufbessern möchte und über 18 ist, kann ins Casino gehen. Zahlreiche Automaten, aber auch Roulette, Black Jack u. a. gab es.

An Seetagen wurde BINGO gespielt. Hier ist mein Mann Fan und so spielten wir. Es gab 2 Scheine, bei einem wurde nur eine Spalte gespielt, beim 2. der komplette Schein. Einsatz kostete es: 15 € jedesmal. Teurer Spaß, aber wir haben auch gewonnen. Es war ein Aktivbingo, d. h. die Spieler wurden beteiligt, teils mit Sprüchen, teils mit kleinen Spielchen. Es gab Sekt zwischendurch, wer die 1. Reihe voll hatte, bekam Geld. Wir hatten einmal Glück und bekamen 40 €. Und div. Sektchen…

Ich wurde langsam quengelig, denn 15 € sind auch eine Menge Holz… aber wir knackten dann noch am letzten Abend mit einem anderen Gast den Jackpot und bekamen 170 €. Na, dann… 🙂

An einem Nachmittag gab es am Pool die „nautische Fragestunde“, der Kapitän stellte sich den Fragen der Gäste. Das war sehr interessant. Er erklärte vieles, u. a. die Recyclinganlage des Schiffes. Sie klären das Wasser und dürften es sogar in die Elbe ablassen, wenn sie zu Hause wären. (Machen sie aber nicht.)

Es gab natürlich Animation. Das ist aber nicht unser Ding, deshalb kann ich dazu nichts sagen. Sie sind an Bord auch so: wer mitmachen will, gut. Wer nicht, wird in Ruhe gelassen. So muß das auch sein. Das einzige, was wir i. d. R. mitmachen ist eben Bingo.

Am ersten Nachmittag gab es eine keine Führung über das Schiff. War ganz interessant, aber es ging nicht auf die Brücke oder in den Maschinenraum. Dafür gab es eine eigene Führung, die man buchen konnte. Und bezahlen: um die 70 € pro Person kostete es. Da muß ich sagen, daß sich AIDA alles ganz schon teuer bezahlen läßt. Okay, eine Gebühr, aber gleich soviel??? Das fanden wir unverschämt und gingen nicht mit.

Für uns bedeutet ein Urlaub auch mal Ruhe, lesen, schlafen oder dergleichen. Wir hatten einen Balkon und haben uns auch hier aufgehalten. Wetter, Wind und Temperatur ließen das zu, also warum nicht. Sicher sind manche Routen dafür nicht geeignet, da findet man dann andere Ecken, um zu lesen. Zur Not sitzt man auf dem Bett.

Wir müssen uns nicht den ganzen Tag mit anderen treffen. Dafür ist abends auch noch Gelegenheit genug. Wie wir von anderen AIDA-Fans wissen, verabredet man sich bereits vorher in Foren und sitzt dann viel zusammen oder plant gemeinsame Ausflüge. Kann man ja machen. Muss man aber nicht.

AUSFLÜGE

Es werden in jedem Hafen welche angeboten und man kann sie mitmachen, muß aber nicht. Man kann sie von zu hause online buchen und spart ca. 10 %. Wir wußten nicht, welche wir machen wollten und buchten auf dem Schiff. Hier wird auch jeder Ausflug vorgestellt.

Die Ausflüge sind nach Schweregrad sortiert, wer schlechter zu Fuß ist findet aber trotzdem etwas, es gibt Beratung. Und Empfehlungen bzgl. Kleidung und Schuhe usw.

In Istanbul trafen wir uns mit einer Kollegin der türkischen Niederlassung, hatten eine Privatführung.

In Athen buchten wir die Stadtrundfahrt + Akropolis, in Izmir den Ausflug nach Ephesos. Von beiden Häfen ist die Entfernung größer, ein Taxi wäre auch nicht günstiger und man kann nicht als Gruppe in die Sehenswürdigkeiten. Und es gibt keinen, der etwas erzählt.

Die Ausflüge waren beide einen halben Tag lang und kosteten um die 50 €. Da sind dann Bus, Eintritt und Reiseführer dabei.

Auf Rhodos gingen wir alleine los. Hier ist die Altstadt direkt an den Hafenanlagen.

In jedem Hafen kann auch mit den Bikern „ausgeflogen“ werden. Fahrräder, Rucksäcke, Helme usw. kann man ausleihen. Voraussetzungen und Details weiß ich aber nicht. Wir wohnen in keiner Radgegend, deshalb interessierte es uns nicht.

Wer nur zu einem Strand möchte, kann das je nach Zielgebiet auch als Ausflug buchen. Am letzten Tag bietet AIDA auch einen Ausflug in einen Club an, wenn man erst abends abreist.DSCN2316

WELLNESS, BEAUTY& FITNESS

Es gibt eine große Saunalandschaft mit den dazu gehörenden Bereichen, Pools und Ruheecken. Wir gehen in keine Sauna, können deshalb dazu auch nichts sagen. Man zahlt sie extra, soviel haben wir mitbekommen.

Für die Schönheit gibt es Kosmetik- und Friseurberatung. Hier bieten sich Termine an, die man ebenfalls schon zu hause online machen kann. Bekannte sagten, das dies auch ratsam sei, denn bei Seetagen ist schnell alles ausgebucht.

Es gibt auf dem Sonnendeck auch einen Bereich für Liebahber des FKK. Es ist abgeteilt und nicht einsehbar.

Sportliche, die an Bord mehr Bewegung brauchen, können das Fitness-Studio besuchen. Hier sind Turnschuhe empfohlen. Handtücher liegen bereit.

EINKAUFEN AN BORD

Bei Landgängen ist ein kleiner Shop am Ausgang geöffnet, der neben Mineralwasser und Schokoriegeln auch Schlüsselbänder und andere Souvenirs der AIDA-Flotte verkauft. Die Bänder sind nützlich, denn in der Bordkarte ist ein Loch, an dem man das Band befestigen kann und immer griffbereit um den Hals hat. Wer das mag, ich nicht, deshalb hatte ich das Band immer in der Handtasche.

Dann gibt es eine Boutique, die Kleidung verkauft, Gürtel, Taschen, eine kleine Auswahl Spielwaren und nützliches wie Zahnpasta usw.

Gegenüber gibt es die Möglichkeit, zollfrei einzukaufen. Zigaretten, Parfum, Schmuck + Uhren, Schokolade und viele andere Sachen werden angeboten. Es ist nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, wenn das Schiff auf See ist. Zwischendurch gibt es Sonderverkäufe, die per Durchsagen angekündigt werden. Hier bekommt man dann besondere Schnäppchen, sei es Zigaretten oder Parfum oder die hauseigene Kosmetikmarke.Wen es interessiert, sollte die Preise im Kopf haben, Tabakwaren sind hier noch etwas günstiger als in Flughäfen oder den Flugzeugen.

Auch der Liebhaber von Bildern kommt zum Zug: es gibt eine Galerie und mehrmals im Theatrium Auktionen. Ich kenne mich nicht aus, aber von anderen hörten wir, daß man gute Maler im Angebot hat. Interessant fand ich die Auktion „Blind date“, bei der man nicht weiß, was man ersteigert. Für günstiges Geld sind hier aber wohl schon sehr gute und wertvolle Bilder verkauft worden.

Es gibt auch die üblichen Souvenirs, Modellschiffe, Kartenspiele, Sandspielzeug mit AIDA-Logo.

Wer Akkus, Speicherkarten o. ä. benötigt, kann es auch an Bord kaufen, der Fotoshop bietet es neben Kameras an. Die Preise haben wir uns nicht angesehen, wir hatten alles dabei.

Bei jedem Landgang werden Fotos gemacht. Wer will, kann sie kaufen. Wer nicht will, läßt es. Wie auch in Hotels wird man nicht gezwungen.

SERVICE

Das Personal ist zu 99 % von den Philipinen und sehr freundlich. Sie sind hilfsbereit, sprechen englisch, aber auch deutsch. Sie kannten schnell die Wünsche ihrer Gäste und so bekam man an der Bar nach kurzer Frage schon das gewünschte Getränk.

Es ist sauber, auch die Toiletten im öffentlichen Bereich werden regelmäßig gereinigt. Die Toiletten an Bord funktionieren mit Druckabsaugung und nur, wenn der Deckel geschlossen ist.

Das Schiff bietet verschiedene Serviceleistungen an. Es gibt eine Wäscherei, die bereit gelegte Wäschestücke gegen Gebühr reinigt und bügelt. Man kann auf Deck 7 aber auch den Waschsalon nutzen. Hier sind ca. 10 Waschmaschinen und Trockner, die für 1 – 3 € waschen und trocknen. Bügeln kann man selbst. Wir nutzten es, da wir noch ein Anschlußhotel hatten.

Es gibt WLAN, man kann aber auch im Zimmer am TV-Gerät ins Internet. An der Rezeption stehen weitere PC bereit. Es kostet Geld, ich fand es zu teuer und ging nicht online. Jedes Hotel bietet einen WLAN-Bereich, in dem man mit eigenen Geräten kostenlos online gehen kann, hier gibt es das nicht. Wie ich inzwischen gelesen habe, ist das bei keinem Unternehmen der Fall. Kundenunfreundlich, denn die Technik ist ja vorhanden.

Es gibt ein Hospital, in dem 2 Ärzte zur Verfügung stehen. Wir brauchten diesen Service Gott sei Dank nicht und kennen auch keinen, der sie benötigte. Die Medikamente, die wir brauchen haben wir dabei, auch gegen Seekrankheit. Wie sagte unser Kapitän? Man müsse nur fest an sie glauben, dann kommt die Seekrankheit. Oder genug Alkohol trinken, dann auch…

Für Familien mit Kindern wird Betreuung angeboten. Es gibt einen Kinderclub, der einiges auf die Beine stellt. Da wir haben keine Kinder haben, kann ich darüber nichts sagen.

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FAZIT

Ja, wir haben die nächste Seereise für April 2013 schon gebucht. Aber wegen der Route und Terminwahl bei einem anderen Unternehmen. Es war toll. Seekrankheit haben wir nicht kennengelernt, aber das Mittelmeer war auch eine blaue Plane, die einzigen Wellen haben wir selbst gemacht…

Ich denke, eine Reise mit AIDA ist geeignet für jüngere Leute oder um zu sehen, ob es eine Alternative ist. Es ist eine stressfreie Rundreise, man ist täglich woanders ohne dauernd Koffer zu packen und jeden Tag in einem anderen Bett schlafen zu müssen.

Es gibt keine Kleiderordnung, so ist man relativ ungezwungen.

Es ist nicht ganz billig, aber man kann bei der Wahl der Kabine und Buchung der Reise selbst sparen. Hier sollte man den Newsletter abonnieren.

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