Der Anfang. Der Virus.

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Als wir im Januar 2011 für Oktober eine Reise nach Ägypten buchten, war schnell klar, daß wir mit einer Nilkreuzfahrt beginnen wollten.

Da ich ehrlicherweise annahm, man würde den Fluß auf Holzbooten befahren, war ich angenehm überrascht, als ich im Katalog der Phoenix-Reisen Fotos der Nilschiffe sah:

Große mehrstöckige Schiffe mit hotelähnlicher Ausstattung. Prima, ich war froh!

(Ich bin übrigens nicht die einzige, die so dachte, wir wir später an Bord hörten!)

Die Flussschiffe gehören nicht Phoenix, sondern sind im Besitz von anderen Reedereien oder Firmen und werden gechartert.

Sie entsprechen lt. Veranstalter dem Standard, den deutsche Touristen erwarten und gehören in die 5 Sterne-Klasse, hier heißt es aber 5 Phoenixe.

Wir ließen uns also überraschen.

(Hinweis: Es gibt hier keine Details zu Sehenswürdigkeiten, die folgen später separat.)

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FAKTEN

Die Schiffe sind renoviert und erst in den letzten Jahren in den Dienst genommen. Sie verfügen über 5 Decks, ca. 80 Kabinen, Rezeption, Restaurant, mehrere Bars, Souvenirshop, Pool an Deck incl. Liegestühle. Moderne Maschinen und Radareinrichtungen gehören zur Ausstattung. Die Kabinen verfügen über TV, Telefon, Fön, Kühlschrank, Dusche + WC. Die Schiffe sind vollklimatisiert.

Mit Angaben über Motorleistungen und Abmessungen kann ich nicht dienen, ich habe nichts gefunden, was darüber Aufschluß gibt. Na, aber für einen Aufenthalt ist das auch nicht so wichtig, man will ja Urlaub machen und das Schiff nicht steuern…

ANKUNFT

Wir kamen nachts gegen 0 h an und waren verschwitzt, müde und genervt. Das trübt den Eindruck. Wir mußten durch ein Hotel, um zum Anleger zu gelangen. Außerdem lagen 5 Schiffe nebeneinander, wir mußten durch 4 laufen, um zu unserem zu gelangen. Das ganze mitten in der Nacht…

Wie ich inzwischen hörte, ist es üblich bei Flußkreuzfahrten, Schiffe hintereinander anzulegen. (So erging es uns auch 3 Jahre später auf der Donau.)

DAS SCHIFF

Bei Tageslicht sah es ganz anders aus.

Man kam in ein Foyer mit Rezeption, Infotafel und Sitzgelegenheiten. Man kann auf beiden Seiten hinein bzw. hinaus. So ist es möglich, beide Seiten an Anlegestellen zu bringen, und durch die Schiffe zu gehen, wie wir es bei den anderen machen mußten.

Die Rezeption war ganz normal ausgestattet, hier konnte man telefonieren, auch der Internet-Zugang war hier mittels Laptop möglich. Allerdings war die Verbindung eher schlecht und der Computer sehr langsam. Ich probierte es zweimal, kam zu dem Schluß, während der 9 Tage auf dem Nil nicht online zu gehen.

Vom Foyer gingen nach rechts und links Gänge zu den Kabinen. Nach unten gelangte man zu weiteren Kabinen, sie waren direkt über dem Wasser. Nach oben kam man in eine dem Foyer ähnliche Halle, hier war eine unbenutzte Bar, der Souvenirshop und die Kabinen des Oberdecks. Eine Etage höher ging es zum Speisesaal, zum Musikzimmer mit Bar, Klavier und Tanzfläche und zu einem Shop, der zunächst leer stand, aber am Ende der Reise von einem Juwelier ausgestattet wurde. Für uns zu spät, denn da waren wir schon in einem Schmuckgeschäft in Luxor.

Weiter nach oben ging es nach draußen, auf das Sonnendeck. Hier fanden sich zahlreiche Sitzgruppen mit gemütlichen Gartenmöbeln, einige Sonnenliegen und eine Bar. Ein Whirlpool und ein normaler Pool sorgte für Abkühlung. Die Strandtücher lagen in den Kabinen.

Man hatte schnell die Idee vom Holzboot verworfen, das Schiff ist wie ein Hotel ausgestattet, nur eben auf dem Wasser.

DER SPEISESAAL

Es waren in der Mitte einige runde Tische für 8 – 10 Personen, an den Fenstern eckige Tische, sie waren zusammen gestellt für ebenfalls 8 – 10 Personen. An der rechten Seite saßen die Gäste mit 7 Tagen Kreuzfahrt, links die mit 9 Tagen.

Es war klimatisiert und zeitweilig recht kalt, viele zogen sich entsprechend an, lange Ärmel oder Tücher waren sinnvoll.

Der Speisesaal war für uns ausreichend, das Schiff war aber auch nur halb belegt, anstatt 160 Gäste waren wir nur ca. 80. Ich nehme an, die Essenszeiten wurden geteilt, wenn es voll ist.

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Geradeaus dem Eingang gegenüber wurde das Buffet aufgebaut. Dazu später.

Auch im Musikzimmer war es recht kalt. Dort hielten wir uns nicht lange auf. Hier waren Sitzgruppen, eigentlich ganz gemütlich. Aber eben kalt…

 

DIE KABINE

Man kam in unsere und fand links das Bad, rechts die Kofferablage, an die sich Schrank; Schreibtisch und Kühlschrank anschloß. Auf dem Kühlschrank stand der Fernseher, den wir aber nicht nutzten, es waren keine Sender eingestellt und wir hatten ohnehin nicht vor, fernzusehen. Abgesehen davon waren wir abends viel zu müde, um ihn zu nutzen. Gegenüber von Schrank und Schreibtisch war das Bett. Es gab Wolldecken, welche wir aber gegen Laken austauschten. Es war trotz Klimaanlage warm.

Das Fenster konnte man nicht öffnen, da die Kabinen relativ weit vorn war und schon keine gerade Fensterwand hatte. Aber frische Luft wäre auch nicht hinein gekommen.

Normalerweise mache ich von Zimmern Fotos, wenn ich hinein komme, es ist der späten Stunde geschuldet, daß ich es diesmal nicht machte… Aber es sah aus wie viele andere Zimmer auch, also nichts besonderes.

Wir waren 2 Etagen über dem Wasser.

ESSEN + TRINKEN

Wir hatten all inclusive, d. h. von 9 – 1 h alle nichtalkoholischen Getränke, Kaffee, Tee, lokales Bier und Spirituosen und Weine. Wasser wurde literweise getrunken, es gab nur stilles Wasser. Und incl. waren alle Mahlzeiten, außerdem Kuchen am Nachmittag.

Die Mahlzeiten gab es im Speisesaal in Buffetform.

Beim Frühstück fanden sich Würstchen, Gemüse, gekochte Eier und zahlreiche Brotsorten dort, div. Wurst und Käsesorten ebenfalls, allerdings nicht nach unserem Geschmack. Tomaten, Gurken, Oliven usw. konnte man auch morgens schon essen. Marmelade und Honig gab es, natürlich auch Müsli und Cornflakes. Eier wurden auch frisch nach Wunsch gebraten, als Omelett, gerührt oder gespiegelt.

Mittags und abends gab es eine große Auswahl an Salat, passende Dressings, Kuchen und Desserts. Reis und Kartoffeln gab es auch immer, Nudeln wurden oft frisch gebraten mit Gewürzen nach Wunsch. In der Mitte des Buffets standen Köche, die morgens die Eier zubereiteten und mittags bzw. abends z. B. Nudeln, oder gegrilltes Hähnchen frisch aufteilten, oder Dönertaschen zubereiteten. Während die Gerichte in den Wärmebehältern nicht ganz heiß waren, war das frisch bereitete Essen immer heiß.

Die Auswahl an Fleisch war gut, es gab immer Rind, Fisch und Geflügel, aber immer in Sauce in Wärmebehältern. Und es gab nie Schwein.

Es war auch gut gewürzt, wobei wir meistens nachsalzten, wobei wir nicht sicher sind, ob des nicht der Hitze und dem Schweiß geschuldet war.

Der Service war sehr gut und aufmerksam. Es waren alles Männer, die auf dem Schiff wo auch immer arbeiteten. Sie sind 45 Tage an Bord und haben dann frei. Diese Arbeit wäre nichts für Ägypterinnen, die sich so nicht um die Kinder kümmern konnten.

Man kannte sich schnell, man war ja ununterbrochen zusammen. So wußten die Kellner auch schnell, was man trank und brachten es, bevor man saß.

RAUCHEN

…durfte man im Schiff nirgends, nur auf dem Sonnendeck.

KINDER

Es gab einige größere Kinder, für kleinere ist eine Nilkreuzfahrt sicher nichts. Es gab eine Tischtennisplatte, die Pools sind natürlich für die Kinder, aber ob es sonst Abwechslung für sie gab, kann ich nicht sagen. Die beiden, die in unserer Gruppe waren, waren schon 14 und schlossen sich den Eltern bzw. den anderen Erwachsenen an.

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Anleger anderer Schiffe

 

BEHINDERTE GÄSTE

Meines Erachtens haben es behinderte Gäste schwer. Es fing schon in Luxor an: der Steg zum 1. Schiff war recht wackelig, die weitere Strecke durch die anderen Schiffe auch nicht leicht, besonders die Übergänge zum nächsten Schiff waren abenteuerlich. Einen Lift gibt es auch nicht im Schiff.

Die 14 jährige Tochter in unserer Gruppe hatte kurz vorher eine Knie-OP und noch Krücken, sie hatte es nicht leicht. Eine ältere Dame hatte ebenfalls Probleme, auch sie mußte es langsam angehen lassen. Und da meine ich noch nicht die Ausflüge und Besichtigungen.

SAUBERKEIT

Es war alles sauber und ordentlich. Wie man sich das auch von einem Hotel wünscht.

Die Bezüge der Liegen wurden morgens gewechselt, die Handtücher in der Kabine ebenfalls täglich. Ob das so sein muß, lassen wir mal dahin gestellt.

SERVICE

Es gab einen Reinigungsservice, den wir auch nutzten. Für 3 Wochen Urlaub kann man nicht die Kleidung mitnehmen, die man eigentlich benötigt. Das hatten wir schon in Kenia genutzt. Und waren auch hier wieder zufrieden. Über den Preis brauchen wir dabei nicht zu sprechen, der steht in keinem Verhältnis zu dem, den man bei Übergepäck zahlen müßte.

Man wurde morgens geweckt, es wurde an die Tür geklopft. Das war uns aber zu knapp, so stellten wir unseren eigenen Wecker.

Man konnte an der Rezeption Traveller Cheques wechseln, erhielt dann Ägyptische Pfund, es wurde aber auch der Euro akzeptiert.

Kam man von Ausflügen zurück, standen im Foyer Mitarbeiter, die feuchte Tücher und heißen Tee verteilten. Dies diente dazu, uns zu aklimatisieren, es war draußen um die 40 °C heiß. Man soll auf keinen Fall eiskaltes trinken, schon gar keinen Alkohol. Die Rache der Pharaonen braucht man auf einer Nilkreuzfahrt nun nicht gerade.

Es hatten einige Gäste Geburtstag. Sie wurden abends mit einem Kuchen und einem Ständchen der Kellner überrascht. Wir nehmen an, die Mitarbeiter sahen die Pässe auf Geburtstage nach und planten entsprechend. Man mußte die Pässe abgeben, als wir eincheckten.

Wer wollte, konnte an einer Führung durchs Schiff teilnehmen. Man gelangte dabei an der Rezeption vorbei in den Maschinenraum, durchs Musikzimmer zum Kapitän.

Es war interessant, aber im Maschinenraum möchte ich mich nicht länger aufhalten, es ist heiß und schmutzig.

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Sonnendeck

 

 

SONST NOCH WAS?

Die Preise für Getränke oder Speisen wissen wir nicht, es gab aber auch Gäste die Vollpension hatten, sie mußten für jedes Getränk unterschreiben.

Was wir da noch nicht wußten: Der Kreuzfahrtvirus hatte uns gepackt….

 

ER war nicht der Reiseleiter!
ER war nicht der Reiseleiter!

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