Nach Wien und Budapest. Über die Donau.

In Ezstergom
In Ezstergom

Da wir uns scheinbar für Liebhaber von „Rundreisen“ entwickeln, diese vorzugsweise auf dem Wasser, planten wir für September 2014 eine Donaukreuzfahrt.

(Anmerkung: Wer einen Bericht über die Ziele und Sehenswürdigkeiten erwartet, hat leider Pech, dies wird nur ein Bericht über das „Hotel“, also das Schiff.)

Unsere Wahl fiel wie schon 2011 auf Phoenix Reisen.

Inzwischen sind Phoenix Reisen auch durch die Serie „Verrückt nach Meer“, in der ein großes Kreuzfahrtschiff Schauplatz ist, bekannt geworden. Diese Serie ist ein Muß für alle Fans von Kreuzfahrten, auch wir sehen sie gerne.

VOR DER BUCHUNG

Wir prüften den Zeitraum, es sollte im September sein, im Anschluß wollten wir noch Richtung München, wo bekanntlich zu dieser Zeit auch das Oktoberfest startet.

So fiel unsere Wahl auf den 12.09. ab Passau. Hier starten fast alle Donaukreuzfahrten, die Ziele und Reisedauer variieren aber. Man kann bis zu 14 Tage und bis zum Donaudelta am Schwarzen Meer fahren.

Unsere Fahrt sollte bis Budapest gehen und 7 Tage dauern, angefahrene Städte dabei: Bratislava, Budapest, Komarno, Wien und die Wachau.

Das Schiff: MS PRINZESSIN KATHARINA.

Die Leistungen: all inclusive, d. h. alle Mahlzeiten, alkoholfreie Getränke, Bier und Wein. Ausflüge sind separat zu buchen und zu zahlen. (Man muß sie aber nicht über Phoenix buchen, sondern kann auch immer selbst organisieren.)

Der Name des Schiffes war Zufall, es hätte auch ein anderes sein können.

Es gibt günstigere Anbieter, aber auch teurere, hier muß jeder selbst entscheiden, was er will und was er dafür bezahlen möchte. Es gibt auch Reisen, die nur Vollpension anbieten, da muß man rechnen, es kann leicht teurer werden, da nun jedes Wasser usw. berechnet wird.

Es kam die Buchungsbestätigung, die Anzahlung wurde fällig. Dann war bis Ende August alles erledigt.

In der Zwischenzeit konnten wir uns überlegen, wie wir anreisen wollten. Hätten wir nur die Donaukreuzfahrt geplant, hätten wir wieder den Leihwagen gewählt. Da wir aber anschließend noch einige Tage im Münchner Umland verbringen wollten, benötigten wir einen Pkw. So buchten wir einen Parkplatz bei einer angeschlossenen Parkhausfirma, Globus-Group, die diesen Service auch in anderen Flussstädten bietet.

DAS SCHIFF

Die Prinzessin Katharina wurde 2002 von der Reederei PK-Shipping gebaut, fährt unter der Flagge Maltas. Bei eine Länge von 110 und Breite von 11,2 m hat sie einen Tiefgang von 1 m.

35 Crew-Mitglieder kümmern sich um 144 Passagiere. Die Zweibettkabinen sind 11 qm groß.

Bordsprache ist Deutsch, gezahlt wird mit Euro, sollte tatsächlich Geld fließen. Es werden die üblichen Karten zur Bezahlung akzeptiert.

Flussschiffe sind nicht so groß wie die Kreuzfahrtschiffe, die wir zuletzt bewohnten. Die Katharina glich sehr dem Nilschiff von 2011. Größe und Aufteilung ist vermutlich bei allen Flussschiffen ähnlich. Man findet sich schnell zurecht, die Wege sind nicht so weit.

Man kommt in die Eingangshalle, die von beiden Seiten betreten werden kann. Rechts war die Rezeption, links ging es in die Bar und weiter zum Restaurant, an der Rezeption vorbei zu Passagierkabinen. Nach unten ging es zu einer kleineren Bar, dem Shop und Friseur, zum Internetraum und zu weiteren Kabinen.

Die öffentliche Toilette nicht weit von der Treppe in der Eingangshalle, die wir aber nicht nutzen, wir gehen lieber auf „unser“ WC. Wobei es sauber war, aber es waren nur noch ein paar Meter zu unserer Kabine, spielte also keine Rolle.

Im Treppenhaus befand sich die 2. Bar, die aber nie in Betrieb war. Hier war eine gemütliche Sitzecke mit großem Fernseher an der Wand.

Hier gab es auch den Shop und Friseursalon, die Bücherecke und den Raum mit Internet. Wir nutzten alles nicht.

Im anderen Gang waren weitere Kabinen. Die Treppe hinauf führte wieder zur Eingangshalle, in der auch 2 Sitzgruppen stehen.

In der eigentlichen Bar finden fast alle Passagiere Platz, allerdings ist es dann sehr eng. Hier ist die längere Theke, an der man sich selbst Getränke holen konnte, es wurde aber auch bedient. War es voll, dauerte die Bedienung schon mal etwas, es gab nur einen Kellner hinter der Bar und 2 davor.

Links neben der Theke hängt ein Fernseher, der andere Reisen der Gesellschaft zeigt, u. a. auch die der großen Schiffe.

Unter dem Fernseher steht ein Tisch, auf dem immer Kaffee und heißes Wasser bereit steht. Daneben Milch, Zucker, verschiedene Teesorten. Und für den kleinen Hunger auch Obst und Kekse.

Links neben dem Tisch ist der Eingang zum Restaurant „Vier Jahreszeiten“, noch weiter links ein Keybord für den Alleinunterhalter.

Im Restaurant können alle 144 Passagiere zur gleichen Zeit essen. An runden und eckigen Tischen unterschiedlicher Größe um das Buffet herum sind sie numeriert. Die Anzahl am Tisch variierte, mal 6, mal 8 Personen, aber auch 10. Vermutlich ist man flexibel und paßt sich auch Reisegruppen an.

Wenn alle Plätze besetzt sind, wird es recht eng für die Kellner und laut.

Immer 3 Tische hatten einen Kellner, wurde das Hauptgericht serviert, bekam er Hilfe vom Kellner der nächsten Tischgruppe. Damit alles reibungslos klappte, wurden die Gäste gebeten, relativ pünktlich zum Essen zu erscheinen, damit jeder zeitgleich das Essen bekommt.

Von der Eingangshalle kommt man nach draußen zum Sonnendeck. Hier gibt es zwei Bereiche mit Holztischen und Stühlen, darüber sind Segel gespannt, zum Schutz gegen Sonne, aber an den ersten 2 Tagen leider auch gegen Regen. Der Boden ist mit diesem Kunststoffgras ausgelegt, welches hier aber türkis ist, passend zur Phoenix-Farbe. Außen herum stehen zahlreiche Liegestühle.

Die beiden Bereiche gibt es deshalb, um Raucher und Nichtraucher zu trennen. Auf der einen Seite stehen diese großen Metallmülleimer mit Aschenbechern obendrauf, auf der anderen Seite nicht. Im Schiff ist überall Rauchverbot. Es gibt auch keine Kerzen.

An Deck werden auch die Fahrräder untergebracht, die man sich kostenlos ausleihen kann. Und Teile der Vorräte, Bierfässer z. B.

Leider gibt es an Bord der Prinzessin Katharina keinen Pool. Schade, denn wir hätten ihn dann doch noch gebrauchen können.

Hier oben ist auch keine separate Bar. Wenn man etwas möchte, kann man es von unten mit hochnehmen, oder an schönen Tagen bekommt es auch serviert.

ESSEN &TRINKEN

Dieses Schiff hatte die Verpflegungsart „all inclusive“, dies gilt nicht für alle Reisen von Phoenix. Andere haben nur Voll- oder Halbpension, Getränke sind dann separat zu zahlen. Es muß jeder selbst entscheiden, was er wählt. „All in“ zwingt einen nicht zum Alkohol, man muß sonst auch jedes Wasser, jede Cola zahlen, Kaffee ebenso. Das kann teuer werden. Es gehörte dazu: Hausweine in rot und weiß, Bier vom Fass, Wasser, Cola, Fanta, Kaffee, Tee. Alles, was in Flaschen serviert oder gemixt wurde, diverse Schnäpse u. a. mußten separat bezahlt werden. Es wurde später am Ende der Reise abgerechnet.

Frühstück gab es vom Buffet ab 7 h bis ca. 9.30 h. Der frühe Vogel konnte ab 6.30 h Kaffee oder Tee bekommen.

Mittagessen gab es ab ca. 12.30 h, Abendessen ab ca. 18.30 h. Kaffee und Kuchen gegen 15.30 h. Diese Zeiten variierten, je nach Stadt bzw. ob Ausflüge stattfanden.

Um 22.30 h gab es einen Mitternachtssnack, der 30 Minuten bereit stand.

Es bedienten zu jeder Mahlzeit die bekannten Kellner.

Beim Frühstück konnte man sich am Buffet bedienen. Es gab frische gebackene Brot- und Brötchensorten, süßes Gebäck, zahlreiche salzige und süße Beläge… Eier in gekocht, gerührt und vermutlich auf Bestellung auch gespiegelt. Speck, Würstchen, Müsli, Obst und alles, was der unternehmungsfreudige Passagier benötigt, um den Tag an Land gut herum zubringen. Orangen- und Apfelsaft standen ebenfalls bereit. Alles wurde nach Bedarf aufgefüllt.

Wem das nicht genügte, fand auf den Tischen eine Speisekarte, auf der neben normalen Dingen vom Buffet auch noch das Tagesfrühstücksextra notiert war und auf Bestellung frisch zubereitet wurde. Das war z. B. Toast Hawaii, frischer Leberkäse oder gebackener Camembert.

Kaffee wurde vom Kellner nach Wunsch eingeschenkt, Tee gab es von ihm im Kännchen.

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Mittag- und Abendessen bestand immer aus kalter Vorspeise, Suppe, Hauptgericht und Dessert. Käse wurde am Buffet auf einer Platte bereit gestellt. Auf den Tischen standen Karaffen mit stillem Wasser, alle anderen Getränke wurden nach Bestellung serviert. Schnell hatten die Kellner heraus, was wer gerne trank. Weißwein war an der Bar bereits vorher in kleine Karaffen (0,25 l) gefüllt und kalt gestellt worden, Rotwein stand bei Zimmertemperatur bereit.

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Für Mittag- und Abendessen wurden in der Eingangshalle auf einem Notenständer Menuekarten zur Information hingelegt. So konnte man nach jeder gerade eingenommenen Mahlzeit schon sehen, was man als nächstes essen „mußte“! Auch für den Mitternachtssnack gab es Ankündigungen.

Es war immer abwechslungsreich und für jeden Geschmack etwas dabei. Besondere Ansprüche wie vegetarisch Gerichte wurden ebenfalls abgedeckt, wer aus gesundheitlichen Gründen spezielle Wünsche hatte, sprach dies ab. Zu den Details der Speisen komme ich später.

SICHERHEIT

Es gibt auf Flussschiffen keine vorgeschrieben Seenotrettungsübung. Es wurde aber am ersten Nachmittag in der Bar eine Sicherheitsunterweisung durchgeführt. Hier hieß es, daß die Schwimmwesten am Sonnendeck aufbewahrt werden und nach entsprechendem Notsignal an die Gäste heraus gegeben würden.

Außerdem gab es Hinweise bzgl. Rauchverbot und Sicherheit auf der Treppe nach oben. Es regnete noch immer und die Treppe war naß und rutschig.

Wenn man das Schiff verließ, konnte man die Kabinenschlüssel mitnehmen, konnte sie aber auch an der Rezeption abgeben.

Hier muß man sich melden, wenn man geht, denn man wird notiert und erhält Bordkarten. Auf ihnen ist der Name des Schiffes vermerkt und eine Telefonnummer für Notfälle. Bei der Rückkehr gibt man die Karte wieder ab und wird als „wieder da“ eingetragen und so die Vollzähligkeit festgestellt. Ist man nicht pünktlich und hat keinen vom Schiff organisierten Ausflug mitgemacht, wartet man nur eine bestimmte Zeit und legt dann zur Not ohne die fehlende Person ab. Diejenige kann dann selbst organisieren.

UNTERHALTUNG

Vor dem Shop war eine Bücherecke, in der auch einige Spiele bereit lagen. Ich weiß nicht, ob man sich irgendwo melden mußte, wenn man etwas wollte. Wir sind immer mit Büchern versorgt.

Es gab einen Alleinunterhalter, der für musikalische Unterhaltung sorgte. Je nachdem, wie viele Gäste an Bord und in der Bar waren, spielte er auch schon am Nachmittag. Man hörte meistens Schlager, aus den 80ern und was gewünscht wurde. Er sang auch, was wir z. T. als störend empfanden, weil es recht laut war.

Außerdem wurden Spiele gemacht, für die Fragebögen an der Rezeption verteilt wurden. Man mußte z. B. Pflanzen und Tiere heraus finden, Buchstaben dafür waren durcheinander geschüttelt. Oder auch Fragen beantworten, „Warum trägt ein Jäger grüne Hosenträger?“ oder anderes. Man notierte auf den Zetteln die Kabinennummer und gab ihn bis zu einer bestimmten Zeit. Der Gewinner wurde bekannt gegeben und konnte sich etwas abholen. Wir hatten auch einmal Glück und bekamen eine Gürteltasche.

Abends wurde ebenfalls das eine oder andere Quiz gemacht, immer tischweise und wir hatten beim Musikquiz einmal Glück und gewannen eine Flasche Sekt.

Am ersten und letzten Abend wurden alle in die Bar eingeladen, der Kapitän stellte sich vor bzw. verabschiedete sich. Dabei gab es für alle Sekt.

Zwischenduch kamen immer Durchsagen zu der Region oder den Städten, die man besuchte oder an denen man vorbei fuhr.

Die Donau ist sehr abwechslungsreich und die Landschaft veränderte sich nach jeder Biegung, man konnte also an Deck sitzen und einfach nur entspannt dem vorbei ziehenden Ufer zusehen.

Es gab täglich ein Informations-Blatt in die Kabine, auf der Ankunfts- und Abfahrtszeit, Wetter, Informationen über das Zielgebiet usw standen. Ebenfalls gab es Hinweise zum nächsten Spiel, zum Cocktailangebot des Tages, zur Garderobe, falls erforderlich.

Leider gab es keinen Pool, man hätte ihn nach 3 Tagen nutzen können, denn es wurde sonnig und um die 25 °C. Für den Sport gab es Leihfahrräder, außerdem einen Heimtrainer am Sonnendeck.

REISELEITUNG & PERSONAL

Fred war der Reiseleiter und Mitte/Ende 50. Er kam aus der Ukraine, sprach aber gut Deutsch. Fragen und Probleme konnten mit ihm besprochen werden. Er war sehr nett und hilfsbereit.

Dann gab es noch einen Hotelmanager, der für Fragen im Hotelbereich zuständig war. Man darf nicht vergessen, daß diese Schiffe zwar auf dem Wasser sind, aber dennoch wie Hotels. Auch ihn konnte man ansprechen.

Dann gab es da noch eine Rezeptionistin, Kassiererin und Kellner. Sie halfen auch, wenn man gerade jemanden brauchte.

Hilfsbereit waren auch die anderen der Besatzung, die die „harte“Arbeit machten wie An- und Ablegen usw. Allerdings war hier die Sprache nicht so einfach, sie sprachen eher weniger Deutsch. Wer konnte, kam mit Englisch aber auch weiter.

Einen Arzt gibt es nicht, der wird falls nötig aus der jeweiligen Gegend gerufen.

AUSFLÜGE

In jeder Stadt wurden Ausflüge angeboten, die man auch vorab zu hause online buchen konnte. Man hatte dabei keine Ersparnis, so haben wir uns erst an Bord darum gekümmert.

Sie variieren: Stadtrundfahrten oder auch Stadtrundgänge zu Fuß, Stadtrundgänge mit U-Bahnfahrt, Lichterfahrt mit Bus oder ansässigen „Bimmelbahnen“, Landschaftsfahrten von mehreren Stunden Dauer usw.

Die Preise sind ebenfalls sehr unterschiedlich, je nach Aufwand ab 15 € bis um die 40 €. In Wien gab es ebenfalls einen Konzertbesuch bei einem Ausflug, da lag der Preis bei knapp 60 €.

Man muß sie nicht buchen, man kann auch auf eigene Faust losziehen.

Wir sollten am ersten Abend alles buchen, was man machen wollten, damit die entsprechenden Planungen starten konnten: es mußten Busse gebucht werden in den einzelnen Städten, bei dem einen oder anderen Ausflug auch Plätze in Restaurants usw.

GARDEROBE

Es wird keine spezielle Kleidung vorgeschrieben. Lediglich am ersten und letzten Abend wurde „elegantere Kleidung“ angegeben. Dies zeigte sich dann in der Praxis als „wie immer“. Der eine oder andere hatte Kleid bzw. Hemd/Kravatte/Anzug gewählt, der nächste kam in Jeans.

Es ist aber sicher je nach Schiff unterschiedlich, also sollte man immer die Reiseunterlagen prüfen.

Selbstverständlich sollte sein, daß die Kleidung entsprechend der Region und Wetterlage sein sollte.

DIE GÄSTE

Als wir im Bekanntenkreis erzählten, daß wir eine Donaukreuzfahrt gebucht haben, lachte man uns größtenteils aus. „Da seid Ihr noch zu jung…“

Wobei wir der 5. Null näher sind als der 4.!

Naja, so ganz falsch ist die Aussage nicht. Wir senkten das Durchschnittsalter an Bord schon, wir waren aber nicht die jüngsten. Unsere Mitreisenden waren zu 99 % im Rentenalter, nur ein paar deutlich jünger. Wobei sie aber alle fit waren, denn sonst kann man an vielen Ausflügen nur bedingt teilnehmen oder hat Probleme mit Tempo usw. In den alten Städten gibt es z. T. viel Kopfsteinpflaster, welches schon so schwierig wird.

Aber es war uns egal, mit älteren Herrschaften hat man oft mehr Spaß als mit jüngeren!

An dieser Stelle sei auch erwähnt, daß geräderte Gäste sich im Vorfeld erkundigen sollten, ob die Reise ohne Probleme möglich ist. Ein Herr war mit Rollator unterwegs, welcher beim Kopfsteinpflaster Probleme hatte.

Zur Bedienerfreundlichkeit für Rollstühle kann ich nichts sagen, denn wir haben hier keine Erfahrungen.

LOS GEHT ES!

Am 12.09. waren wir gegen 13 h am Parkhaus, gaben unseren Pkw ab und wurden getrennt von unserem Gepäck zum Schiff gebracht. Wir hatten vorab mit den Reiseunterlagen Gepäckanhänger erhalten, die wir mit Namen, Schiffsnamen und Kabinennummern versehen an den Koffern befestigt hatten.

In Passau gibt es zahlreiche Anleger für Kreuzfahrtschiffe, z. T. in der Innenstadt, aber auch außerhalb. Unser Anleger war etwas außerhalb. Wie schon 2011 in Ägypten lagen fast überall mehrere Schiffe hintereinander, so daß man, wenn man zum hintersten wollte, durch oder über die vorderen laufen mußte.

Als wir uns anmeldeten, wurden unsere Namen auf einer Liste abgehakt. In den Unterlagen stand bereits, daß für mögliche Formalitäten in den einzelnen Städten Ausweise einbehalten würden. Da wir das nicht so gerne machen, nahmen wir die Reisepässe mit und gaben sie ab. Wie sich in Budapest heraus stellte, war das eine gute Überlegung, denn beim Geldwechsel brauchten wir den Personalausweis.

Anschließend sollten wir in der Bar beim Oberkellner unsere Plätze im Restaurant eintragen lassen, die dann für die Reise Bestand hatten.

Es kam eine Mitarbeiterin in weißer Hose und weinrotem Polohemd zu uns, stellte sich als Svetlana und unser Zimmermädchen vor. Sie begleitete uns zu unserer Kabine, die wir übrigens schon wußten, da wir sie beim Buchen gewählt hatten. Es sollte die 223 sein, relativ mittig und nicht so weit von der Treppe entfernt. (Mein Mann ist Raucher und wollte morgens nicht so weit gehen…)

Als wir in die Kabine kamen, war das Gepäck schon da.

DIE KABINE

Man kam hinein, rechts ging es ins Bad, gegenüber war der Schrank, an dem sich Schreibtisch mit Hocker anschloß. Darüber hing an der Wand der Flachbildfernseher. Dann kam ein Lücke, Abstellfläche für Schuhe o. ä., dann ein Schrank mit Regal, Bett quer vor dem Fenster. An der rechten Wand war nur das andere Bett, leider kein Nachtschrank oder Regal.

Im Bad war geradeaus das Waschbecken in der Ecke, rechts das WC, rechts daneben die Dusche (mit Tür, keinem Vorhang!)

Die Einrichtung war entsprechend einer „Prinzessin Katharina“ etwas rustikal.

Svetlana erklärte uns alles: Klimaanlage, Radio, Bad usw. Wenn wir Wünsche oder Fragen hätten, sollten wir sie einfach ansprechen. Sie sprach gutes Deutsch, war sehr nett und ordentlich.

Es gibt keinen Safe, wer etwas zu verschließen hat, kann es gegen Gebühr an der Rezeption abgeben. Wir nutzen unsere abschließbaren Koffer.

Die Betten waren besser angeordnet als wir das von anderen Schiffen kannten. Nicht nebeneinander als Doppelbett, sondern in L-Form. Eines rechts an der Wand, das andere quer vor dem Fenster. So hatte man im Raum Platz und mußte nicht um Bettkanten stolpern. Die Koffer passten darunter. Außerdem konnte man bequem auf dem vor dem Fenster lümmeln und dem Fluß und der Landschaft zusehen. Das Wasser war nur ca. 50 cm tiefer, man hätte nasse Finger bekommen, hätte man das Fenster öffnen können. Das Deck über uns hatte Schiebetüren.

Das Bad war okay, die Toilette sehr niedrig. Sie funktionierte wie schon bekannt mit Druck. Unsere hatte immer eine Zeitverzögerung, aber nach kurzer Zeit kannten wir ihre Macke.

Der Schrank war etwas schmal, so mußten wir die T-Shirts usw. quer hinein legen.

Auf dem Schreibtisch befanden sich Notizzettel, der Zettel für die Reinigung, eine Flasche Mineralwasser, die wir nicht tranken. Wir hatten selbst Wasser mit, hatten allerdings nicht damit gerechnet, sie an Bord mitnehmen zu dürfen.

Am Nachmittag war die Sicherheitsunterweisung in der Bar, zu der wir gingen. Hier wurde neben Kaffee und Kuchen auch eine Goulaschsuppe und Schnittchen angeboten, die gerne genommen wurden, lag doch schon eine lange Anreise hinter den meisten. Wir hatten in Würzburg übernachtet, aber dennoch knapp 3 1/2 Stunden Anfahrt hinter uns. Einige waren schon am Vortag in Passau angekommen, andere erst kurz vor Ablegen des Schiffes. Ein Paar aus Hamburg hatte mit der Bahn Verspätung. Die Anreise war von Phoenix organisiert, deshalb wartete der Kapitän. Bei eigener Anreise wartet niemand. Es empfiehlt sich also unbedingt die zeitige Anreise, um nicht den ersten Tag an Bord zum Stresstag werden zu lassen.

Um 18.30 h gab es das erste Essen an Bord. Wir gingen zu unserem Tisch und fanden 3 Ehepaare: eines war Mitte 70, das andere Mitte 60, das dritte Anfang 50. Eine gute Mischung, wie sich später heraus stellte. Es paßte auch von den Interessen und dem Humor, wir hatten in der Woche viel Spaß und waren schnell per Du. Mit den ältesten teilten wir uns in Wien auch den Fiaker.

Das Abend- und auch das Mittagessen bestand aus einer kalten Vorspeise, einer Suppe, dem Hauptgericht und dem Dessert. Beim Hauptgericht konnte man zwischen Fleisch und vegetarisch wählen. Der Kellner nahmen die Bestellung auf und brachten relativ schnell zeitgleich alle Gerichte. Ab dem 2. Tag stand die kalte Vorspeise schon am Platz.

Es gab eigentlich für jeden Geschmack etwas. Lachs mit Toast, Melone mit Schinken…Linsensuppe, Rinderconsomée…Lamm, Fisch, Goulasch, Eis, Crème brûlée…. Abwechslung war vorhanden. Die Käseplatte war etwas unglücklich, da sie zu wenig Auswahl hatte und zu kalt war. Aber das war auch das einzige, was man an Fehler finden konnte. Nun ist ja so, daß man mehr als essen kann. Wir hatten für uns entschieden, auf den einen oder anderen Gang zu verzichten. Entweder ließen wir die Suppe ausfallen, oder das Dessert. Bei der Linsensuppe wählten wir sogar nur diese und ließen alles andere ausfallen. Man muß ja nicht alles essen, nur weil es einem vorgesetzt wird. Die anderen am Tisch taten es uns nach. Man konnge auch mehr oder weniger bestellen, andere Wünsche äußern. Die Küche war relativ flexibel.

Am nächsten Tag hatten wir bis zum Nachmittag Zeit, denn da sollten wir in Bratislava anlegen. Wir hätten also ausschlafen können, waren aber um 8 h schon beim Frühstück. Die Nacht war sehr gut, die Betten angenehm und von den Schleusen haben wir uns nur erzählen lassen – wir haben nichts mitbekommen! Aber um 8 h war ohnehin Schluß mit Schlafen, denn Fred begrüßte alle über Lautsprecher und erzählte schon wissenswertes.

Das Frühstück war sehr gut, wir genießen es immer auf Reisen, obwohl wir zu Hause nur frühstücken, weil man nicht ohne aus dem Haus gehen soll. Kaffee wurde nachgeschenkt, so oft man wollte. Die Auswahl an Brot und Brötchen war sehr gut und alles frisch und knusprig. Auch süße Sachen waren lecker und wurden bei Bedarf nachgelegt. Der Saft erschien verdünnt.

In Bratislava regnete es noch immer und so sind wir am Nachmittag kurzerhand nur ins 500 m entfernte Einkaufszentrum gegangen, um etwas „Auslauf“ zu haben.

Am Abend sind wir mit Oldtimer-Bussen zur Burg hinauf gefahren. Man erhielt mittels Kopfhörer Informationen zu Stadt. Jeder konnte sich individuell die Lautstärke einstellen. Die Informationen selbst waren zwar sehr umfangreich, aber der Service bei der Technik ließ zu wünschen übrig. Es war dunkel und man konnte nur bedingt das Bedienfeld erkennen und die Gäste waren auch nicht alle die Techniknutzer. Hier wäre ein wenig mehr Hilfe seitens der Fahrer wünschenswert gewesen.

Der Ausflug war sehr schön und man hatte einen herrlichen Blick über die dunkle Stadt. Es regnete auch nicht mehr. Er hat pro Person 15 € gekostet.

Am nächsten Tag waren wir morgens in Ungarn, in Esztergom. Die Anlegestelle befindet sich unterhalb der Basilika und bietet eine interessante Sicht.

Das Wetter wurde besser. Wir hatten auch hier einen Ausflug gebucht, „die Basilika mit Gran-Express“. Wir fuhren mit einer kleinen Bimmelbahn durch die Stadt hinauf zur Basilika. Die Fahrt war sehr angenehm, wenn auch zugig, denn die Bahn war nicht geschlossen. Oben angekommen gab es durch die Reiseführerin Informationen rund um die Stadt und die Basilika. Hier war es für unseren Rollator-Mitreisenden sehr beschwerlich, denn neben Kopfsteinpflaster gab es auch unbefestigte Wege. Hier mußten auch wir anderen aufpassen. Wir konnten wieder die herrliche Aussicht genießen,

über die Stadt und hinüber in die Sklowakei, die sich am anderen Ufer befindet. Dieser Ausflug kostete 16 €.

Zeitgleich gab es einen anderen Ausflug, der oberhalb der Donau zum Donauknie führte. Hier gab es unterwegs auch Mittagessen, wir trafen alle erst spät in Budapest wieder.

Gegen Mittag legten wir ab und machten uns auf den Weg in die ungarische Hauptstadt.

Wir hatten erst abends einen Ausflug gebucht und sind amNachmittag allein in die Stadt gegangen. Die Anleger sind an der Kettenbrücke am Parlament, also sehr zentral. Wir sind erst am Parlament herum gelaufen, waren dort in einer Sparkasse, um etwas Geld zu wechseln. In Ungarn gibt es noch keinen Euro. Hier benötigten wir einen Personalausweis, der Geldwechsel fand ordentlich bürokratisch mit Unterschrift statt. Dann sind wir weiter über deie Kettenbrücke und hinauf auf den Burgberg. Das Parlament ist im Ortsteil Pest, Burg und Fischerbastei in Buda. Inzwischen war es sonnig und warm geworden, perfektes Urlaubswetter.

Der Ausflug am Abend fand erst bei Dunkelheit statt. Es gab 2 Abfahrtszeiten, um 19.30 h und 21.30 h. Hier war der einzige Vorteil der online Buchung der Ausflüge: online gebucht bekam die frühe Abfahrtszeit, wir anderen die späte.

Wir starteten am Anleger die Fahrt „Bus ahoi zur Lichterfahrt“. Eine Stadtrundfahrt in einem Amphibienbus. Wir fuhren erst durch die Straßen von Buda, um an einer bestimmten Stelle ins… Wasser zu fahren. Ja richtig gelesen, der Bus fuhr ins Wasser. Die Fahrer wechselten, und los ging die Lichterfahrt Wasser aus. Der Ausflug war mal was ganz anderes und die 34 € wert. Es war sehr unterhaltsam.

Am nächsten Morgen ging es zur „normalen“Stadtrundfahrt, bei der wir alles übrige sahen. Es war gut, daß wir selbst schon an der Burg waren, denn dort fuhren wir nicht hin.

Die Fahrt kostete 29 €. Auch hier war man sehr viel zu Fuß unterwegs, ebenfalls über Kopfsteinpflaster.

Budapest
Budapest

Den Nachmittag verbrachten wir allein in der Markthalle, die in der Nähe der Anleger liegt und ideal für Mitbringsel wie Paprika, Salami und Wein ist.

Am nächsten Tag waren wir wieder in der Slowakei, in Komarno. Uns sagte der Ort nichts. Wir nahmen am Ausflug teil, der zu Fuß durch die Stadt führte, um wenigstens etwas zu erfahren. Für 15 € bekamen wir in 90 Minuten einiges erzählt, verbrachten bei Sonne und 20 °C einen angenehmen Vormittag.

Nachmittags ging es weiter nach Wien. Ich war schon sehr gespannt auf die Stadt. Wir kamen am nächsten Morgen an und hatten keine Ausflüge gebucht, sondern wollten allein losgehen. Unser Programm war straff: die lange Fahrt im Fiaker, Hofburg mit Führung, Schloß Schönbrunn mit Gloriette, Prater mit Fahrt im Riesenrad. Das Mittagessen hatten wir abgesagt. Das wir auch abends nicht an Bord essen würden wußten wir morgens noch nicht, deshalb hatten wir uns da nicht abgemeldet. Es war mit 17.45 h zu früh. Es hat aber niemand etwas gesagt, weil wir nicht da waren.

Die Gloriette
Die Gloriette

Der nächste Tag war der letzte bevor es wieder nach Passau ging. Wir legten in Rossatz an, fuhren mit Bussen durch die Wachau.

Die Gegend ist sehr schön, Weinberge an der Donau, Dürnstein besuchten wir und natürlich das Stift Melk. Das Wetter war noch einmal nach anfänglicher Bewölkung sehr schon und warm. Und somit auch ein Grund für die Völkerwanderung im Stift. Es waren mehrere Schiffe vor Ort, dementsprechend viele Besucher unterwegs.

Die Fahrt kostete 39 €, war sehr angenehm und informativ.

Danach hieß es schon wieder zusammen packen, denn Samstag war die Rückkehr in Passau und das Auschecken.

Es gab dafür zwischenduch eine Inforveranstaltung, bei denen wir farbige Schildchen bekamen für die Kofferanhänger. Entsprechend der Beförderung des Gepäcks konnte die Besatzung dann sortieren: Bus zum Bahnhof, zum Parkhaus, oder Privatabreise.

Samstagmorgen wurde aus dem Kellner dann der Kofferträger, aus dem schwarzen Anzug ein Blaumann und dem weißen Hemd ein T-Shirt mit der Aufschrift „Crew“.

Es ging recht flott. Gepäck und Passagiere waren schnell von Bord, in ihren Bussen oder Taxen. Wir wurden wieder zum Parkhaus gebracht, ebenfalls unser Gepäck.

So war die Reise zur Hälfte zu Ende. Übrigens wieder im Regen.

FAZIT

Es war eine tolle Woche, sehr informativ, damit auch relativ anstrengend. Wir wollten viel sehen, das haben wir. Die Gäste sollten schon noch fit sein. Es wird viel zu Fuß „abgearbeitet“. Wir überlegen uns nun, eine weitere Fahrt, nämlich von Passau Richtung Düsseldorf oder Köln. Und auch diese Tour wird mit Phoenix-Schiffen angeboten.

Schön war's!
Schön war’s!

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